Sonja Pertl Hypnosetherapie und Traumaheilung

Sonja Pertl

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Hier findest Du regelmäßig neue Impulse rund um Hypnose, Embodiment, Traumaheilung und innere Veränderungsprozesse.

Ich schreibe über Themen, die uns alle betreffen und mit denen ich täglich arbeite – Ängste, Loslassen und die Kraft des Unterbewusstseins.

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Hypnose: Was passiert im Gehirn?

Wenn Du jemanden in Hypnose von Außen beobachtest, wirkt es manchmal, als würde die Person schlafen: Die Gesichtsmuskeln entspannen sich, die Augen sind geschlossen oder ganz leicht geöffnet, je nach Sitzposition kippt der Kopf nach vorne. Der ganze Körper ist tiefenentspannt.

Aber das Gehirn ist dabei alles andere als inaktiv. Es ist hochaktiv – auf eine ganz besondere Weise.

Es wird davon ausgegangen, dass eine hypnotische Trance nicht nur die Aktivität einzelner Hirnrareale verändert, sondern auch deren Verknüpfungen miteinander. In Studien wurde anhand bildgebender Diagnostik gezeigt, dass in Hypnose Hirnaktivitäten zum Vorschein kommen, die mit einer einfachen mentalen Ablenkung nicht zu vergleichen sind.

Wie kommt es zur Veränderung der Hirnaktivität in Hypnose?

Unser Gehirn besteht aus Milliarden von Gehirnzellen, den sogenannten Neuronen, die miteinander kommunizieren und zwar über kleine elektrische Impulse, die als Gehirnwellen mit unterschiedlichen Frequenzbändern messbar und mithilfe eines EEGs grafisch darstellbar sind.

Je mehr die Gehirnzellen kommunizieren, desto aktiver ist unser Gehirn.

Während die sehr schnellen Beta-Gehirnwellen dem Wachzustand entsprechen, werden die langsameren Alpha-, Theta- und Delta-Wellen mit dem Unterbewusstsein in Verbindung gebracht:

  • Im normalen Wachzustand dominieren schnelle Beta-Wellen – wir analysieren, bewerten.
  • Im entspannten Zustand treten Alpha-Wellen auf – zum Beispiel bei leichter Meditation oder beim Spazierengehen.
  • In der Hypnose werden verstärkt Theta-Wellen gemessen – sie ermöglichen kreatives, tiefes inneres Erleben, hohe Konzentration
  • Delta-Wellen wiederum tauchen hauptsächlich im Tiefschlaf auf – bei sehr tiefer Hypnose (Esdaile state) können auch sie mitbeteiligt sein.
Der Unterschied zwischen Beta-, Delta- und Thetawellen im EEG

 

Das bedeutet: Während der Hypnose sinken die Gehirnaktivitäten im vorderen Teil des Gehirns, der unter anderem unser Verhalten kontrolliert, indem er alle Überwachungs- und Analysefunktionen übernimmt. Nimmt also in diesem Bereich die Gehirnaktivität ab, dann sinkt auch das rationale Denken und wir werden gleichzeitig um ein Vielfaches konzentrierter und aufnahmefähiger(!) Hypnose ermöglicht genau darüber unserem Unterbewusstsein, im neuronalen Netz neue positive Erfahrungen zu sammeln und Lösungsansätze urteilsfreier anzunehmen.

Wenn Vertrauen zwischen dem Hypnotiseur und dem Klienten besteht, lassen wir uns auf die entsprechenden, positiven Suggestionen ein.

Der angebliche Kontrollverlust über das eigene Handeln existiert nicht, die Kontrolle, die eigenen Schutzmechanismen bleiben immer aktiv – auch in Hypnose! 

Das Gehirn lernt hochaktiv in Hypnose

Neue Bilder mit neuen Emotionen entstehen über vereinbarte und sorgsam gewählte *Suggestionen und es werden neue, hilfreiche, positive neuronale Verknüpfungen im Gehirn gebildet. Neue Gedanken- und Verhaltensmuster entstehen damit fast automatisch.

Wenn wir in Hypnose sind und Bilder oder Emotionen haben die negativ oder positiv sind, reagiert das Gehirn so, als würden wir das in diesem Moment tatsächlich auch so erleben.

  • Die Atmung verändert sich.
  • Die Muskulatur ist angespannt oder entspannt.
  • Die entsprechenden Hormone werden ausgeschüttet.

Das Gehirn kann nicht zwischen Fiktion und Wahrheit unterscheiden

Spannend an unseren Gehirnen ist, dass sie bei erdachten oder echten Bildern und Emotionen gar nicht unterscheiden können, ob das, was zu sehen oder zu spüren ist, jetzt gerade tatsächlich stattfindet oder nicht.

Das kann im Alltag sehr schwierig sein, wenn z.B. bildhafte traumatische Flashbacks hochkommen, oder wir regelmäßig Kriegsbilder/Horrorfilme sehen…. Das kann aber eben auch nützlich sein – so wie für uns in der Hypnose.

Wir nutzen diese Fähigkeit ganz gezielt für uns: durch innere Bilder, durch emotionale Sprache, durch Körperwahrnehmungen. So können dann alte negative Erfahrungen, die in der Erinnerung, im Nervensystem abgespeichert sind auf eine neue Weise verarbeitet und wie „umgeschrieben“ und gespeichert werden.

*Suggestionen: Positive Formulierungen die zuvor gemeinsam im Vorgespräch erarbeitet wurden, um sie später in der Trance – im geöffneten Zustand – zu wiederholen.

Im Jahr 1980 führten Forscher der Dartmouth University eine Studie durch, die unser Verständnis von Wahrnehmung und Realität eigentlich erschüttern sollte.

Den Teilnehmern wurde gesagt, dass sie an einem psychologischen Experiment teilnehmen würden, das untersucht, wie Menschen auf Gesichtsentstellungen reagieren. Jedem wurde mit Theaterschminke eine täuschend echte Narbe auf die Wange geschminkt. Die Teilnehmer betrachteten sich im Spiegel und wurden an den Zweck erinnert: mit Fremden zu interagieren und anschließend zu berichten, wie sie behandelt wurden.

Dann kam der Clou der Versuchsanordnung.

Kurz bevor sie hinausgeschickt wurden, sagten die Maskenbildner, sie müssten noch eine letzte Korrektur vornehmen. In Wirklichkeit entfernten sie die Narbe vollständig. Die Teilnehmer glaubten weiterhin, sie seien entstellt, und gingen mit dieser Überzeugung in die Welt hinaus.

Als sie zurückkamen, berichteten sie vorhersehbare Dinge. Menschen seien unhöflich gewesen. Abweisend. Merkwürdig. Einige sagten, andere hätten häufiger weggesehen. Manche fühlten sich bemitleidet.

Aber es gab keine Entstellung. Das Einzige, was sich verändert hatte, war der Glaube der Teilnehmer.

Sie glaubten, beschädigt auszusehen und ihr Gehirn fand exakt das, was es erwartet hatte. Nicht als kognitive Strategie. Sondern als neurobiologisches Muster, das die Wahrnehmung selbst formt.

Was ist eigentlich Realität? Die Studie zeigt: Das Gehirn zeigt uns nicht die Realität. Es zeigt uns das, was wir erwarten. Es nimmt Erinnerungen, Traumata, Erwartungen, Werte, Projektionen und malt daraus ein Bild. Du siehst die Welt nicht, wie sie ist. Du siehst, was dein Gehirn bereits geübt hat. Dieses Bild fühlt sich real an, weil es verkörpert ist. Du spürst es im Bauch, in der Spannung in deinen Schultern.

Alles was wir „da draußen“ wahrnehmen wird von dem geformt, was längst „hier drinnen“ ist.

Deshalb können zwei Menschen durch dieselbe Straße gehen und völlig Verschiedenes wahrnehmen.

Das Problem ist nicht Subjektivität. Das Problem ist, dass die meisten Menschen glauben, sie seien objektiv. Wer sich fragt: „Warum können sich Menschen nicht mehr auf einfache Fakten einigen?“ Das ist die Antwort. Weil die meisten Menschen keine Fakten sehen. Sie sehen Vorhersagen.

Jetzt skaliere das hoch. Ein Planet voller Nervensysteme, die ihre Ängste und Ideale auf die Welt projizieren, jedes überzeugt, klar zu sehen, jedes emotional sicher, dass seine Version der Ereignisse die „Realität“ sei.

Die Menschen in der Studie haben nicht gelogen. Sie haben ihre Erfahrung nicht erfunden. Ihr Schmerz war real. Und das ist das Erschreckende. Du kannst zutiefst leiden wegen etwas, das gar nicht existiert.

Es geht nicht darum, diesen Schmerz abzutun. Es geht darum, Bewusstsein zu entwickeln.

Nicht sich besser fühlen oder positiv denken. Sondern lernen, die Halluzination zu unterbrechen.

Welche Narbe siehst du immer noch, die längst nicht mehr da ist? Und was würde sich in deinem Leben verändern, wenn du aufhören würdest, an sie zu glauben?

Quelle: Facebook – Irene Söding

Kleck, R. E. & Strenta, A. (1980). Perceptions of the Impact of Negatively Valued Physical Characteristics on Social Interaction. Journal of Personality and Social Psychology, 39(5), 861–873.

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